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PRESSE-INFORMATION Schachbücher über Eröffnungstheorien können in den PapierkorbChess960 wird immer beliebter
Februar 2008 – Enschede Vor drei Jahren brachte IM Hans Böhm während des Corus Chess Tournaments, wo er die Partien kommentierte, das Problem der Schacheröffnung zur Sprache. „Vielleicht sollten wir uns doch mal mit Fischer Random Chess beschäftigen “, war seine Aussage. Fischer Random Chess oder Fullchess, hat sich mittlerweile unter dem Namen Chess960 in der Schachwelt etabliert. Chess960- Die Regeln Während alle Figuren wie gewohnt ziehen und die Bauern auf der zweiten Reihe bleiben, werden die Positionen der Offiziere ausgelost. Dabei gibt es einige Regeln, die zum Beispiel garantieren, dass jeder einen weiß- und einen schwarzfeldrigen Läufer bekommt. Um die Chancengleichheit beider Seiten zu wahren, erhält Schwarz die spiegelbildliche Grundstellung. Außerdem ist es wichtig, dass ein Turm links vom König steht und der andere Turm sich auf der rechten Seite des Königs befindet. Bei der Auslosung der Grundstellung gibt es 960 verschiedene mögliche Anordnungen. Eine wichtige Nuance, die Chess960 vom Shuffle Chess unterscheidet, ist das Rochade-Recht. Weil nicht weniger als 960 Grundstellungen möglich sind, wurde das Rochade-Recht angepasst und erweitert. Der geniale Ex-Weltmeister Bobby Fischer soll bei seinem Comeback 1992 gegen Spassky einen Schock bekommen haben, als er Berge neuer Theorien vorgesetzt bekam. Viele Großmeister hatten dem US-Amerikaner angeblich tonnenweise Analysen geschickt, die er aber nie benutzte. 1992 spielte der Amerikaner vorwiegend alte Eröffnungssysteme, was jedoch kaum einen der Experten verblüffte. Die Masse an Informationen hatte Fischer nachdenklich gestimmt - und dieses Erlebnis veranlasste ihn dazu, eine Schachvariante zu propagieren, in der die Theorie keine wesentliche Rolle spielt. Was bezweckte Fischer mit seiner Erfindung? Bei der Auslosung der Grundstellung gibt es 960 verschiedene mögliche Anordnungen. Nur bei der Grundstellung des traditionellen Schachs nutzt einem die Eröffnungstheorie. Genau deren Bedeutung wollte der Amerikaner minimieren, damit nicht die besser vorbereitete Variante gewinnt, sondern der stärkere Spieler. Vom ersten Zug an müssen beide Akteure eigene Strategien entwickeln, ohne Denkschablonen benutzen zu können. Nach anfänglicher Skepsis hat sich auch GM Gary Kasparow über Chess960 geäußert. Im renommierten Schachmagazin „New in Chess“ (2005, Nummer 1) schlug er vor, zwanzig bis dreißig Anfangsstellungen aus den 960 Stellungen zu wählen, um damit zu experimentieren. Chess960 wird immer beliebter. Viele Spitzengroßmeister haben schon Chess960 während der Chess Classic in Mainz gespielt. Es gibt bereits einige Bücher, z.B. das Buch von GM Svetozar Gligoric „Shall We Play Fischerandom Chess?“ und es werden immer mehr Chess960 Turniere weltweit organisiert. Das erste inoffizielle Chess960 Turnier wurde 1996 in Jugoslawien organisiert und von GM Peter Leko gewonnen. 2001 wurde der Ungar Leko, der sogar gegen Fischer einige Chess960 Partien gespielt hat, der erste inoffizielle Chess960 Weltmeister in Mainz. Er schlug den englischen GM Michael Adams in einem Match über acht Schnellschachpartien 4.5-3.5. Das Event in Mainz hat sich zum größten Schnellschachturnier der Welt entwickelt, bei dem nicht nur Schachspieler, sondern auch Musiker und Fotomodelle gerne vorbeischauen. Genau wie beim Normalschach gibt es auch eine Chess960 Rangliste. Diese wird zurzeit vom Ukrainer Vasily Ivanchuk (IPS 2818) angeführt. Auch Spitzenspieler wie Viswanathan Anand (IPS 2815), Gata Kamsky (IPS 2815), Levon Aronian (IPS2800), Etienne Bacrot (IPS 2761) und Alexander Morozevich (IPS 2737) findet man auf der Weltrangliste.
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